Basics: Was ist ein KI-Agent?
Ein LLM (Sprachmodell) antwortet aus dem Gedächtnis — es kann nur Text erzeugen. Ein KI-Agent geht weiter: Es bekommt ein Ziel, kann Werkzeuge nutzen (Datenbanken, APIs, Code, Suche), führt mehrere Schritte aus, prüft Zwischenergebnisse und entscheidet selbst, was als Nächstes kommt. Wichtig ist der Loop: Planen → Handeln → Beobachten → neu planen, bis die Aufgabe erledigt ist. Sicherheit und „Mensch im Loop“ (bei heiklen Aktionen) sind dabei zentrale Bestandteile.
Der Workflow in 14 Schritten
Eingang: User-Anfrage + Kontext + Gesprächsverlauf + Aufgabe/Ziel. Eine Eingabevalidierung prüft die Daten.
Agent API + Runtime: verwaltet Request, Session-ID, Benutzer-Identität, Berechtigungen und den Zustand (Konversation, Aufgabe, aktueller Schritt, bisherige Ergebnisse).
Ein Context Manager kombiniert Kurzzeit-Gedächtnis (Gespräch) und Langzeit-Gedächtnis (Nutzerpräferenzen) + abgerufene relevante Infos. Daraus entsteht der komplette Agent-Kontext.
Input-Guardrails prüfen auf Prompt-Injection, Autorisierung, Tool-Berechtigungen und Datenzugriff. Unsicher → blockieren.
Versteht die Aufgabe, plant, zerlegt sie in Teilaufgaben. Braucht es ein Werkzeug? Nein → Antwort generieren + verifizieren; Ja → Werkzeug-Auswahl.
Wählt Werkzeug (Suche, Datenbank, API, RAG, Code, extern), prüft Berechtigung, ruft den Tool-Call als JSON auf und verarbeitet das Ergebnis (oder Fehler mit Retry).
Der Kernkreislauf: Plan → Think → Act → Observe → Evaluate → Replan. Ruft immer wieder Reasoning + Werkzeuge auf, bis „Task Complete?“.
Retrieval-Augmented Generation: Query-Rewrite, Retrieval (Vektor + Keyword-Suche), Reranking, Kontext-Erweiterung → füttert den Loop mit relevantem Gesamtkontext.
Ein Supervisor-Agent delegiert an Spezialisten (Research, RAG, SQL, Coding, Validation) und trifft über Handoffs die End-Entscheidung.
Bei heiklen Aktionen: Menschliche Freigabe nötig? Ja → Human Review (Approve → ausführen / Reject → stoppen & neu planen); nein → Automatik.
Final-Verifikation + Output-Guardrails: Gültig + sicher + belegt? Sonst Selbstkorrektur-Schleife; sonst Antwort an den User.
Ergebnis speichern: Zustand aktualisieren, Checkpoint, Gedächtnis zusammenfassen, persistent (Redis, PostgreSQL, Vector-DB) → bereit für die nächste Anfrage.
Tracing von LLM-/Tool-Calls, Agent-Verlauf, Token-Verbrauch, Latenz, Kosten, Fehlern; Monitoring + Auswertung (Task Success, Retrieval-Qualität, Groundedness).
Der Technik-Stack: Agent API, Runtime, MCP-Layer (Model Context Protocol: Client ↔ Server ↔ Tools), Async/Queue, State-Store, Datenbank, Tool-Services, Docker/Kubernetes.
Selbsttest
- Worin unterscheidet sich ein KI-Agent von einem einfachen LLM? (Agent kann Werkzeuge nutzen, mehrere Schritte ausführen und im Loop selbst entscheiden, was als Nächstes kommt)
- Was prüfen die Input-Guardrails in Schritt 04? (Prompt-Injection, Autorisierung, Tool-Berechtigungen, Datenzugriff)
- Wie heißt der Kernkreislauf des Agent-Loops? (Plan → Think → Act → Observe → Evaluate → Replan)
- Wozu dient das MCP (Model Context Protocol) in Schritt 14? (Standard-Schnittstelle zwischen Agent/Client und externen Tools/Ressourcen)
- Warum ist Observability (13) wichtig? (Man sieht, was das System tut: Token, Latenz, Kosten, Fehler, Qualität — nötig zum Debuggen und Verbessern)