← andblack Check · Übersicht
andblackcheck
Sensortypen
GRUNDLAGEN VON GRUND AUF · 12 SENSOREN ERKLÄRT
Original-Infografik: „Types of Sensors“ von circuit_skill (circuits skill | electronics | AI) — Übersicht über 12 grundlegende Sensortypen.
Types of Sensors — Infografik
Kernidee in einem Satz: Ein Sensor wandelt eine physikalische Größe (Temperatur, Licht, Bewegung, Druck …) in ein elektrisches Signal um. Dieses Signal kann ein Mikrocontroller lesen und darauf reagieren — Sensoren sind damit die „Sinnesorgane“ jeder Elektronik- und IoT-Schaltung.

Was ist ein Sensor? (von Grund auf)

Ein Sensor (auch „Messfühler“) erfasst eine physikalische oder chemische Größe aus der Umgebung und gibt sie als elektrisches Signal weiter — als Spannung, Strom oder Widerstandsänderung. Dieses Signal wird entweder analog (z. B. Spannung 0–3,3 V) oder nach Digitalwandlung digital (Zahlenwert) vom Mikrocontroller gelesen.

  • Sensor = erfasst die Größe (Eingang).
  • Aktor = handelt daraufhin (Ausgang, z. B. Motor, Relais) — das Gegenstück.
  • Mikrocontroller = liest das Sensorsignal und entscheidet (das „Gehirn“ dazwischen).
Merksatz: Sensor = Eingabe, Aktor = Ausgabe, Mikrocontroller = Verarbeitung. Zusammen ergibt das ein eingebettetes System.

Die 12 Sensortypen im Überblick

Die Infografik zeigt zwölf grundlegende Sensorarten. Ich habe sie nach Messprinzip gruppiert:

🌡️ Physikalische Grundgrößen

Temperatur (Thermistor): Ein Widerstand ändert seinen Widerstandswert mit der Temperatur — zur Temperaturmessung.

Licht (LDR): Der Widerstand sinkt bei steigender Lichtintensität — zur Lichterkennung.

Druck (Piezoelektrisch): Erzeugt Spannung bei mechanischer Belastung — misst Druck oder Kraft.

Feuchtigkeit (Kapazitiv): Misst die relative Luftfeuchte über eine Kapazitätsänderung.

🎯 Nähe & Distanz (berührungslos)

Näherung (Ultraschall): Nutzt Schallwellen, um Anwesenheit und Entfernung von Objekten ohne Kontakt zu erkennen.

🏃 Bewegung & Lage

Bewegung (PIR): Erkennt Bewegung über Änderungen der Infrarotstrahlung warmer Körper.

Beschleunigung (MEMS): Misst Beschleunigung und Neigung — für Bewegungserkennung und Orientierung.

Gyroskop (MEMS): Misst Winkelgeschwindigkeit und Rotation — für Orientierung und Stabilisierung.

🧲 Felder, Farbe, Schall & Gase

Hall-Effekt (magnetisch): Erkennt Magnetfelder — für Position, Geschwindigkeit und Strommessung.

Farbe (RGB): Erkennt Farbe durch Messung der Intensität von Rot-, Grün- und Blaulicht.

Schall (Mikrofon): Wandelt Schallwellen in elektrische Signale um — zur Audioerkennung.

Gas (MQ-x): Erkennt Anwesenheit und Konzentration verschiedener Gase durch chemische Reaktion.

Die 12 Sensoren als Tabelle

#SensorTypMessprinzip / Funktion
1TemperaturThermistorWiderstand ändert sich mit der Temperatur
2LichtLDRWiderstand sinkt mit steigender Lichtintensität
3NäherungUltraschallSchallwellen messen Präsenz und Distanz berührungslos
4DruckPiezoelektrischSpannung bei mechanischer Belastung
5FeuchtigkeitKapazitivKapazitätsänderung durch Feuchtigkeit
6GasMQ-xChemische Reaktion zeigt Gaskonzentration
7BewegungPIRInfrarot-Änderung durch warme Körper
8BeschleunigungMEMSBeschleunigung und Neigung
9GyroskopMEMSWinkelgeschwindigkeit und Rotation
10Hall-EffektmagnetischMagnetfelder → Position/Speed/Strom
11FarbeRGBIntensität von Rot/Grün/Blau
12SchallMikrofonSchallwellen → elektrische Signale

Analog oder digital?

Für die Praxis ist wichtig, wie der Sensor sein Signal liefert:

  • Analog: liefert eine stufenlose Spannung (z. B. LDR, Thermistor) → wird über einen ADC (Analog-Digital-Wandler) des Mikrocontrollers eingelesen.
  • Digital: liefert direkt einen Zahlenwert oder ein Bussignal (z. B. über I²C, SPI, UART) — z. B. digitale Temperatur-, Gyro- und Hall-Sensoren.

Ergänzung: I²C-Sensoren in der Praxis

Die Sensortypen oben gibt es auch als fertige Breakout-Module — viele davon kommunizieren über den I²C-Bus (Inter-Integrated Circuit). I²C nutzt nur zwei Datenleitungen (SDA = Daten, SCL = Takt) plus Strom (VIN/VCC + GND) und lässt sich mit Arduino, ESP32 oder Raspberry Pi einfach anbinden — mehrere Geräte können sich denselben Bus teilen (unterschiedliche Adressen).

Top I2C Sensors — Infografik

Top-I²C-Sensoren für Maker-Projekte (aus der MakerPulse-Infografik):

SensorKategorieMisst / Funktion
BME280UmgebungTemperatur, Luftfeuchte & Druck (Höhe schätzbar)
ICM-42688-PBewegung6-Achsen-IMU: Beschleunigung + Gyroskop
BH1750LichtUmgebungslicht-Intensität (Lux)
VL53L0XDistanzTime-of-Flight-Abstandsmessung (Laser)
MLX90614TemperaturBerührungsloser IR-Temperatursensor
INA219Strom & SpannungSpannung, Strom & Leistung
APDS9960Geste & NäheGesten, Näherung, Licht & Farbe
CCS811Gas & LufteCO₂, TVOC & Luftqualität
AS5600Winkel/PositionMagnetischer Drehpositions-/Winkelsensor
MAX30102Herzfrequenz/SpO₂Pulsoximeter & Herzfrequenz
QMC5883LMagnetismus3-Achsen-Magnetometer / Kompass
I²C vs. SPI vs. UART: I²C nutzt 2 Leitungen und erlaubt mehrere Geräte an einem Bus (adressierbar) — ideal für viele kleine Sensoren. SPI ist schneller, braucht aber mehr Leitungen (je Gerät eine Chip-Select). UART ist eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung (z. B. GPS-Module). Für Sensorgruppen ist I²C meist die einfachste Wahl.
Ergänzung aus der Quelle: „Top I²C Sensors Every Electronics Maker Should Know“ von makerpulse.tech (Instagram-Reel, 15.08.2026). Community-Hinweise zu weiteren Optionen: ADS1115 (I²C-ADC) und MPU9250 (9-Achsen-IMU mit Kompass).
Einordnung: gehört zur Kategorie Elektronik & Embedded — Sensorik-Grundlagen. Themengebiet: Sensortypen, Messprinzipien, Sensor vs. Aktor. Grundwissen für Elektronik-, Robotik-, IoT- und Embedded-Projekte.

Selbsttest

  1. Was ist ein Sensor — und was ist sein Gegenstück? (Sensor erfasst eine Größe; Gegenstück ist der Aktor, der handelt)
  2. Wie funktioniert ein LDR? (Widerstand sinkt bei steigender Lichtintensität)
  3. Welcher Sensor misst Winkelgeschwindigkeit/Rotation? (Gyroskop)
  4. Was misst ein PIR-Sensor? (Bewegung über Änderungen der Infrarotstrahlung warmer Körper)
  5. Was braucht ein analoger Sensor am Mikrocontroller? (Einen ADC — Analog-Digital-Wandler)